Welche Bauteile hat ein Motorroller und wofür sind sie gut?

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  • Aus welchen Bauteilen besteht ein Motorroller und wofür dienen diese?


    Rahmen, Karosserie und Federung

    Bei den meisten Scooter Modellen bildet ein Rückgratrohrrahmen aus Stahl die Basis, teilweise sind auch Deltaboxrahmen aus Aluminium zu finden. Eine Ausnahme sind die legendäre Vespa Roller und etliche Lambretta Modelle, bei denen immer schon eine selbsttragende Karosserie mit Pressstahlrahmen verbaut war bzw. ist. Alle anderen Motorroller besitzen eine leichte Kunststoffverkleidung, die kaum Pflege benötigt und bestens vor Schmutz und Nässe schützt. An der Vorderachse versieht zumeist eine relativ einfach gehaltenen beidseitige Federgabel ihren Dienst (auch hier gibt es bei Vespa wieder eine Ausnahme), das Hinterrad wird bei günstigen und schwächeren Modellen von einem, bei stärkeren Fahrzeugen von beidseitigen Federbeinen geführt und gedämpft. Motorroller haben durchwegs Platz für zwei Personen, wobei der Fahrer durch das Beinschild natürlich besser vor Wind und Regen geschützt ist als der Sozius. Noch effektiver ist eine Windscheibe, die bei vielen Modellen oft schon serienmäßig verbaut ist, aber auch gegen Aufpreis nachgerüstet werden kann. So kannst Du deinen Scooter sogar im Winter ohne große Erkältungsgefahr fahren. Ein Gepäckfach unter der Sitzbank bietet besonders bei Rollern mit kleineren Rädern ausreichend Stauraum für einen Tageseinkauf. Solltest Du mehr Platz benötigen, kannst Du noch zusätzlich eine Box am hinteren Gepäckträger montieren.

    Bremsen und Bereifung

    Am Vorderrad ist bei modernen Motorrollern so gut wie immer eine hydraulische Scheibenbremsanlage (einfach oder doppelt) zu finden. An der Hinterachse wird oft noch mittels Trommelbremse, immer öfter, besonders bei leistungsstarken und schweren Modellen, ebenfalls mit einer Scheibenbremse verzögert. Ein kombiniertes Bremssystem, bei dem automatisch vorne und hinten gleichzeitig wohldosiert gebremst wird, und in letzter Zeit auch ABS Systeme, sind ebenfalls oft schon Standard. Klassische Motorroller fahren auf 10 bis 13 Zoll Rädern. Diese kleinen Reifen sind in der Breite dicker und durch den geringen Durchmesser im dichten Verkehrsgewühl besonders wendig. Allerdings leidet dadurch die Fahrstabilität bei höheren Geschwindigkeiten und auf schlechten Straßen. Ein Grund, warum Großradroller mit bis zu 16 Zoll großen Rädern immer beliebter werden.

    Motor und Anbauteile

    Gleich vorweg, die Zeiten der laut knatternden und bestens frisierbaren Zweitakt Motoren sind vorüber. Wer solch einen Roller fahren möchte, muss zu einem Oldtimer greifen. Moderne Motorroller werden von Viertakt Motoren angetrieben. In den allermeisten Fällen handelt es sich um Einzylinder Triebwerke, die pflegearm, robust, leise und sparsam sind. Der Einstieg beginnt, je nach Hersteller, bei 50 ccm Aggregaten, die ein besonders kostengünstiges Fahren ermöglichen. Besonders populär sind auch Scooter mit 125 ccm Motoren, die bis zu 15 PS Leistung abgeben und für Stadt- und kürzere Überlandfahrten mehr als ausreichen. Mehr ist natürlich immer besser, deswegen sind auch 300 ccm Roller stark im Kommen. Bei 800 ccm Hubraum ist derzeit Schluss im Rollersegment. Wer eher kleinvolumig unterwegs ist, kann das eine oder andere PS durch den Verbau von einem anderen Kolben, Zündkerze oder durch einen sportlicheren Auspuff herausholen. Große Leistungssteigerungen sind bei modernen Viertakt Triebwerken mit elektronischer Zündung und Treibstoff Einspritzung bzw. elektronisch gesteuertem Vergaser realistisch gesehen aber eher nicht möglich. Eine höhere Endgeschwindigkeit kannst Du durch ein Optimieren der Variomatik besser erreichen.

    Antrieb und Variomatik

    Bei modernen Motorrollern bilden Motor, Getriebe und Antrieb am Hinterrad eine Einheit, die sogenannte Triebsatzschwinge. Das bedeutet im Gegensatz zum klassischen Motorradantrieb, dass keine Kette vorhanden ist. Die Motorkraft wird mittels stufenlosem Variomatik Getriebe und Fliehkraftkupplung direkt auf die Hinterachse übertragen. Die Vorteile von dieser Antriebsart sind einerseits wieder der geringe Pflegeaufwand (der Antriebsriemen muss nur alle 12.000 bis 20.0000 Kilometer getauscht werden, das Putzen und Schmieren der Kette entfällt) sowie andererseits das einfache und entspannte Fahren vor allem im Stadtverkehr ohne manuelles Schalten. Außerdem kannst Du durch das Austauschen der Variorollen und Federn in der Variomatic die Endgeschwindigkeit bzw. das Beschleunigungsverhalten deines Motorrollers deutlich verändern. Mit etwas handwerklichem Geschick ist das leicht möglich und deutlich günstiger sowie effizienter als Veränderungen am Motor durchzuführen!

    Auspuff bzw. Abgasanlage

    Durch die zunehmend strengeren Abgas- und Lärmvorschriften wird es auch immer schwieriger ein Tuning durch Veränderungen am Auspuff vorzunehmen. Natürlich wirst Du online eine Vielzahl von Auspuffanlagen für alle möglichen Roller Typen finden. Allerdings besteht immer die Gefahr, dass diese Anlagen vom Gesetzgeber nicht zugelassen sind und daher im Straßenverkehr nicht verwendet werden dürfen. Bitte achte beim Verbauen einer Auspuffanlage aus dem Zubehör immer darauf, dass diese für deinen Motorroller freigegeben ist. Dadurch wird garantiert, dass alle Abgas- und Lärmvorschriften eingehalten werden und Du ganz legal das eine oder andere PS Mehrleistung genießen kannst. Frage im Zweifelsfall in einem Fachbetrieb nach!

    Beleuchtung und Stromversorgung

    Alte Vespa und Lambretta Modelle sind noch mit einer 6V Batterie ausgekommen. Moderne Scooter dagegen haben gehobene Ansprüche an die Stromversorgung. Starke Beleuchtungsanlagen mit Tagfahrlicht, Abblend- und Fernscheinwerfern sowie elektronische Bauteile wie z.B. Steuergeräte (CDI) benötigen mehr Power. Deswegen werden heute durchwegs 12V Akkus und eine entsprechende Lichtmaschine verbaut. Auch USB Anschlüsse zum Handy laden oder für Navigationssysteme können dadurch mit ausreichend Energie versorgt werden.

    Hoffentlich hast Du mit diesen Angaben eine ausreichende Übersicht über die wesentlichsten Rollerbauteile und ihre Funktionsweise bekommen, welche bei so gut wie allen Scooter Marken gleich oder ähnlich sind. Wenn Du ein Hobbyschrauber bist, kannst du mit etwas Einsatz deinen Motorroller leicht warten und Arbeiten wie Motorölwechsel, Zündkerze austauschen, Bremsbeläge wechseln bzw. den Riemen und die Rollen der Variomatic erneuern, durchführen. So ist dein Scooter immer voll funktionstüchtig und Du kannst ihn bedenkenlos benützten. Das Fahren eines Motorrollers macht einfach Spass und ist noch dazu eine kostengünstige und bequeme Art der Fortbewegung!

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